Fachbegriffe

Als „Neobiota“ werden Organismen zusammengefasst, die in einem bestimmten Gebiet (z.B. in Österreich) nicht heimisch sind und die erst nach 1492 unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in dieses Gebiet gelangt sind und dort wild leben oder gelebt haben. Nicht-heimische Pflanzenarten werden als Neophyten, Pilzarten als Neomyzeten und Tierarten als Neozoen bezeichnet.

 

Das Jahr 1492 markiert symbolisch die seit der Entdeckung Amerikas verstärkten Handelsbeziehungen. Seitdem ist die Anzahl absichtlich oder unabsichtlich transportierter Pflanzen und Tiere weltweit stark angestiegen. Arten, die bereits vor 1492 durch den Menschen in neue Gebiete gebracht wurden, werden als Archäophyten oder Archäozoen bezeichnet.

 

Neobiota gelten als etabliert, wenn sie über mindestens 25 Jahre und/oder über drei Generationen in dem entsprechenden Gebiet existieren. Werden diese Kriterien nicht erfüllt, so bezeichnet man Neobiota als unbeständig.

 

Als invasiv gelten Neobiota, die in zumindest einem Biotoptyp so häufig vorkommen, dass eine Verdrängung heimischer Tier- oder Pflanzenarten belegt oder zu vermuten ist. Die Mechanismen der Verdrängung sind sehr unterschiedlich. Möglich sind z.B. die Konkurrenz um Ressourcen (Nahrung, Laichplätze, Nährstoffe, Licht), direkte Prädation, Hybridisierung und Rückkreuzungen, die Übertragung von Krankheiten oder Parasiten, Veränderungen von ökosystemaren Prozessen (Interaktionen zwischen Arten, Nahrungsbeziehungen, Nährstoffkreisläufe) und Standorteigenschaften (Erosionsförderung, strukturelle Lebensraumänderungen).