Cabomba caroliniana - Karolina-Haarnixe

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Cabomba caroliniana A. Gray, 1837. Es gibt drei Varietäten, von denen nur eine (C. caroliniana var. caroliniana) im Handel erhältlich ist.
Systematik Spermatophyta, Cabombaceae
Weitere deutsche Namen Grüne Haarnixe, Grüne Cabomba
Englischer Name Carolina fanwort, Green Cabomba
Herkunft Subtropisches, südöstlliches Südamerika und Ostküste der USA
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Als Zierpflanze durch den Aquarienhandel eingeführt und unabsichtlich in der freien Natur entsorgt bzw. als Teichpflanze absichtlich ausgebracht. Weitere vegetative Ausbreitung durch Rhizom- und Sprossbruchstücke mit der Strömung, aber auch durch Boote, Mähgut, und Wasservögel.
Erkennungsmerkmale Die Karolina-Haarnixe ist eine ausdauernde, krautige, submerse Wasserpflanze, die nur selten Schwimmblätter ausbildet. Sie ist im Gewässerboden verwurzelt, die Sprosse werden mehrere Meter lang und tragen kleine, dicht wirtelig angeordnete, fächerförmig zerteilte Blätter. Die Blattabschnitte sind mehrfach gegabelt, jedes Blatt weist bis zu 200 Segmente auf. Die kleinen Blüten sind hellgelb und werden von Insekten bestäubt. Die Pflanze blüht im Sommer und Herbst. Im Handel wird die Art teilweise mit Cabomba aquaticaverwechselt, deren größere Blätter aber bis zu 500 Segmente aufweisen.
Status in Österreich Unbeständig
Erstfund in Österreich In den 1960er-Jahren in den Thermalgewässern bei Warmbad Villach (Kärnten) festgestellt.
Verbreitung in Europa Zerstreut aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Ungarn, Deutschland und Griechenland(?) bekannt.
Auswirkungen des Klimawandels Die subtropische Art könnte von einer Klimaerwärmung und weniger strengen Wintern profitieren.
Biologie und Ökologie Die anpassungsfähige und tolerante Wasserpflanze besiedelt permanent wasserführende, nicht zu tiefe Stillgewässer und Fließgewässer mit geringer Strömung über schlammigem Untergrund. Trotz der subtropischen Herkunft kann sie Winterfröste überdauern.
Gefährdung der Biodiversität Durch das starke Wachstum werden monodominante Bestände ausgebildet, die die Lichtverfügbarkeit in den Gewässern verringert. Konkurrenz und allelopathische Effekte haben negative Auswirkungen auf heimische Wasserpflanzen und führen zu strukturellen Änderungen im Lebensraum mit negativen Auswirkungen auf Fische und das Makrozoobenthos.
Negative ökonomische Auswirkungen Kosten durch Trinkwasseraufbereitung (in Australien); Schäden durch verringerte Erholungsnutzung (Badegäste, Angelfischerei) von Gewässern.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art wird als Zierpflanze im Aquarienhandel gehandelt.
Managementmaßnahmen Entnahme aus der Natur. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Der Status der Vorkommen in Kärnten ist unbekannt, möglicherweise sind diese erloschen. Dies wird auch für Meldungen in den 1970er-Jahren aus der Lobau angenommen. 2010 wurde die Art in einem Schotterteich bei Teesdorf (Niederösterreich) nachgewiesen.

Bundesländer

V T S K St O N W B
      U?     U? Ex  

Ex = Erloschen

U = Unbeständig

Biogeographische Regionen

Alpine Region Kontinentale Region
U? U?
© Stefan Nehring

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

 

Beringen, M. et al. (2013): Knowledge document for risk analysis of non-native Fanwort (Cabomba caroliniana) in the Netherlands. Reports Environmental Science nr. 420. Download

 

Beringen, M. et al. (2013): Risk analysis of the non-native Fanwort (Cabomba carolinianana) in the Netherlands. Reports Environmental Science nr. 442. Download

 

GB NON-NATIVE ORGANISM RISK ASSESSMENT Download

 

Ausgewählte Quellen

 

BMLFUW (2013): Aquatische Neobiota in Österreich. Stand 2013. Download

 

Hussner, A. et al. (2010): Cabomba caroliniana (Cabombaceae) – neu für Deutschland. Florist. Rundbriefe 43: 17-23.

 

Pall, K. et al. (2011): Floristische Neufunde, 104: Cabomba caroliniana. Neilreichia 6: 369-370.