Heracleum persicum - Persischer Bärenklau

© Krister Brandser

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Heracleum persicum Desf. ex Fisch., C.A.Mey. & Avé-Lall., 1841
Systematik Spermatophyta, Apiaceae
Weitere deutsche Namen
Englischer Name Persian hogweed
Herkunft Zentralasien (Türkei, Iran, Irak)
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Als Zierpflanze für Botanische Gärten nach Europa eingeführt. In Europa kaum im Pflanzenhandel erhältlich. Gelegentlich von Imkern als Bienenweide angepflanzt. Ausbreitung der Samen und von Sprossteilen durch Erd- bzw. Bodentransporte.
Erkennungsmerkmale Die mehrjährige, krautige Pflanze bildet oft mehrere Stängel und kann bis zu 2 Meter groß werden. Die bis zu 2 cm dicken, hohlen Stängel sind behaart und an der Basis oft lila gefärbt. Die gestielten Blätter sind wechselständig angeordnet, gezähnt, auf der Unterseite dicht behaart und auf der Oberseite kahl. Die weißen Blüten sind bis zu 3 cm groß und in einer Doppeldolde angeordnet. Die Pflanze blüht im Sommer von Juli bis September. Die Unterscheidung von anderen gebietsfremden Bärenklau-Arten ist schwierig.
Status in Österreich Fehlend
Erstfund in Österreich
Verbreitung in Europa Die Art kommt derzeit nur in Nordeuropa vor (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden). Angaben aus Lettland, Ungarn und Großbritannien sind möglich, aber unbestätigt.
Auswirkungen des Klimawandels Es wird derzeit keine Förderung der Art durch die Effekte des Klimawandels angenommen.
Biologie und Ökologie Die Art bevorzugt feuchte und nährstoffreiche Standorte an der Meeresküste, an Flussläufen, im Grünland und an anthropogen geprägten Ruderalstandorten, besonders im (peri-)urbanen Raum. Sie besitzt eine hohe Reproduktionskapazität (hohe Samenproduktion) und kann sich entlang von Fließgewässern rasch ausbreiten.
Gefährdung der Biodiversität Die konkurrenzstarke Art kann durch Bildung von monodominanten Beständen heimische Arten verdrängen. Die Samen enthalten allelopathische Wirkstoffe.
Negative ökonomische Auswirkungen Es sind keine direkten Schäden in der Landwirtschaft bekannt. Die humangesundheitlichen Schäden verursachen auch ökonomische Kosten (z.B. Behandlung).
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Die im Pflanzensaft enthaltenen Furanocumarine wirken phototoxisch, d.h. sie können nach Bestrahlung mit Sonnenlicht Verbrennungserscheinungen bzw. eine allergische Reaktion auf der Haut verursachen.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Samen werden selten als Gewürz verwendet. Die Pflanze wird selten als Bienenweide angepflanzt. Die Inhaltsstoffe sind medizinisch wirksam.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art aus Österreich bekannt.

Bundesländer

V T S K St O N W B
                 

Biogeographische Region

Alpine Region Kontinentale Region
   
© Krister Brandser
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Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Rabitsch, W., Gollasch, S., Isermann, M., Starfinger, U. & Nehring, S. (2013): Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen. BfN-Skripten 331: 1-154. Download [PDF] (Seite 48-49

 

Ausgewählte Quellen

EPPO (2009): EPPO data sheet on Invasive Alien Plants. Heracleum mantegazzianum, Heracleum sosnowskyi and Heracleum persicum. EPPO Bull. 39: 489-499. Download

 

Jahodova, S. et al. (2007): Invasive species of Heracleum in Europe: an insight into genetic relationships and invasion history. Diversity Distrib. 13: 99-114.

 

Nielsen, C. et al. (2005): The Giant Hogweed Best Practice Manual. Guidelines for the management and control of an invasive weed in Europe. Forest and Landscape Denmark, Hoersholm, 44 pp.

 

Ochsmann, J. (1996): Heracleum mantegazzianum Sommier & Levier (Apiaceae) in Germany. Studies on biology, distribution, morphology and taxonomy. Feddes Repertorium 107: 557-595.

Links

CABI - Compendium Invasive Species http://www.cabi.org/isc/datasheet/120209