Hydrocotyle ranunculoides - Großer Wassernabel

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Hydrocotyle ranunculoides L. fil., 1782
Systematik Spermatophyta, Araliaceae
Weitere deutsche Namen Hahnenfuß-Wassernabel, Hahnenfußähnlicher Wassernabel
Englischer Name Floating Pennywort
Herkunft Nordamerika
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Als Zierpflanze im Gartenbau und Tierhandel (Aquaristik) verfügbar. Über Gartenabfälle und unsachgemäße „Entsorgung“ in das Freiland gelangt, wo sich die Art entlang von Fließgewässern ausbreiten kann.
Erkennungsmerkmale Eine ausdauernde, krautige Wasserpflanze, die bis zu 40 cm groß wird. Die meist rund bis nierenförmigen Blätter sind bis zu 6 cm breit, sitzen an langen und verdickten Blattstielen und können über die Wasseroberfläche ragen. Der Blattrand ist gekerbt oder gelappt. Die Pflanze blüht im Sommer zwischen August und Oktober, die einfache Blütendolde besteht aus bis zu zehn weißen Blüten.
Status in Österreich Fehlend
Erstfund in Österreich
Verbreitung in Europa Die Art ist seit 1990 in Europa (Großbritannien) bekannt und in West- und Südeuropa etabliert.
Auswirkungen des Klimawandels Es wird angenommen, dass die Art durch eine Erwärmung von Gewässerökosystemen begünstigt wird.
Biologie und Ökologie Der Große Wassernabel besiedelt stehende bis langsam fließende Gewässer, bevorzugt werden eutrophe und schlammige Gewässerabschnitte. Die hohe vegetative Reproduktionsleistung durch Stolonbildung und die Ausbreitung mittels Sprossstücken ermöglicht eine rasche Besiedlung der Gewässer. Die Bestände sind dicht und können die Wasseroberfläche vollständig bedecken.
Gefährdung der Biodiversität Durch die Bildung von dominanten Massenbeständen besteht hoher Konkurrenzdruck auf heimische Wasser- und Uferpflanzen. Durch die Beschattung sind das Phytoplankton und damit die Nahrungskette im Gewässer betroffen. Die Fließgeschwindigkeit wird verlangsamt, Sauerstoffmangel kann entstehen und die Artenvielfalt verringert sich.
Negative ökonomische Auswirkungen Bei Massenentwicklung können Beeinträchtigungen der Schifffahrt in Kanälen und im Tourismus auftreten. Sauerstoffmangel kann zu Fischsterben führen. Die Bekämpfung der Art kostet in den Niederlanden rund 10.000 Euro pro Kilometer Kanal.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art wird im Gartenbau und in der Aquaristik verwendet.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art aus Österreich bekannt.

Biogeographische Region

Alpine Region Kontinentale Region
   
© Stefan Nehring

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

GBNNSS (2011): Download

Millane, M. & Caffrey, J. (2014): Risk Assessment of Hydrocotyle ranunculoides. Download

 

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download [PDF] (Seite 106-107)

 

Ausgewählte Quellen

EPPO (2009): EPPO data sheet on Invasive Alien Plants. Hydrocotyle ranunculoides. EPPO Bull. 36: 3-6. Download

 

Hussner, A. (2007): Zur Biologie des aquatischen Neophyten Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Apiaceae) in Nordrhein-Westfalen. Flor. Rundbr. 40: 19-24.

 

Newman, J.R. & Dawson, F.H. (1999): Ecology, distribution and chemical control of Hydrocotyle ranunculoides in the U.K. Hydrobiologia 415: 295-298.

 

Stiers, I. et al. (2011): Impact of three aquatic invasive species on native plants and macroinvertebrates in temperate ponds. Biol. Invasions 13: 2715-2726.