Alopochen aegyptiacus - Nilgans

© Wolfgang Rabitsch

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Alopochen aegyptiacus, Linnaeus1766
Systematik Aves, Anseriformes,Anatidae
Deutscher Name Nilgans
Englischer Name Egyptian goose
Herkunft Afrika, hauptsächlich in Zentral- und Südafrika anzutreffen
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Diese Vogelart wurde absichtlich durch den Zierhandel in Tiergärten und für die private Tierhaltung eingeführt und ist folglich meist unabsichtlich aus der Gefangenschaft entkommen. Trotz ihrer (sub-)tropischen Herkunft ist sie im Stande in kühleren Regionen zu überwintern, daher ist eine weitere Ausbreitung in Europa sehr wahrscheinlich.
Erkennungsmerkmale Abgesehen davon, dass das Männchen geringfügig größer ist, gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern. Die typische Zeichnung sowie der Augen- und Brustfleck sind nach vier bis fünf Monaten ausgebildet. Der Schnabel ist blassrot bis tiefrot gefärbt.
Status in Österreich Unbeständig? 2013 wurde in Vorarlberg der wahrscheinlich erste Brutnachweis für Österreich dokumentiert.
Erstfund in Österreich 1994
Verbreitung in Europa Diese Art hat in den Niederlanden, in Großbritannien, Belgien, Deutschland, Dänemark und Polen etablierte Populationen. In Frankreich, Österreich, Spanien, Schweden und Italien wurde sie nachgewiesen.
Auswirkungen des Klimawandels Die Nilgans stammt ursprünglich aus Afrika und profitiert von einer Klimaerwärmung und weniger harten Wintern. Eine Klimaerwärmung würde daher die Etablierung und weitere Ausbreitung vermutlich begünstigen.
Biologie und Ökologie Die Nilgans ist im ganzen afrikanischen Kontinent südlich der Sahara anzutreffen. Dort besiedelt sie außer kleineren und schnellfließenden Bächen nahezu jeden Gewässertyp bis zu fast 4.000m Seehöhe. Sie vermeidet dicht bewaldete Flächen und bevorzugt zur Nahrungsaufnahme Wiesen, Weide- und Ackerflächen in der Nähe von Gewässern.
Gefährdung der Biodiversität Durch ihr aggressives und stark territoriales Verhalten gegenüber anderen Vögeln, kann die Anwesenheit der Nilgans negative Auswirkungen auf die Bestände und Artenvielfalt von (Wasser-)vögeln haben. Einerseits kann sie sich bereits im Februar durch frühzeitiges Brüten die besten Brutplätze sichern, andererseits verdrängt sie Bussarde und Habichte aus ihren Nestern und bringt damit die Brut anderer Vogelarten in Gefahr.
Negative ökonomische Auswirkungen Zerstörung von Weide- und Grünland durch Fraß, mechanische Schäden und Verschmutzung durch Kot. Auch Golfanlagen und Parks sind davon betroffen. Von Vorkommen, die sich in der Nähe von Geflügelzuchtbetrieben befinden, geht ein erhöhtes Risiko für Übertragung von Krankheiten, wie z.B. die Vogelgrippe aus.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Verschmutzung von Verkehrswegen oder von Erholungsgebieten in Gewässernähe durch Kot der Vögel kann auf den Menschen störend wirken.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Nilgans wird in Tiergärten und auch privat gehalten. In Regionen, wo die Art noch selten vorkommt, wird sie als Attraktion gesehen. Die positiven Auswirkungen auf den Tourismus halten sich aber in Grenzen.In Großbritannien, Belgien und Deutschland wird die Nilgans bejagt.  
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit, Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung, z.B. durch Verzicht auf freifliegende Haltung.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2017

Verbreitung in Österreich

Seit einigen Jahren wird die Art (zunehmend?) in Österreich festgestellt. Die meisten Beobachtungen liegen aus Vorarlberg und Oberösterreich vor.

Bundesländer

V T S K St O N W B
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U = unbeständig

Biogeographische Regionen

Kontinentale Region Alpine Region
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Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Gyimesi, A. & Lensink, R. (2010): Risk analysis of the Egyptian goose in the Netherlands. Culemborg: Bureau Waardenburg.

 

Nehring, S., Rabitsch, W., Kowarik, I. & Essl, F. (2015): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Wirbeltiere. BfN-Skripten, 409: 222 pp.

 

Ausgewählte Quellen

Bauer, H.G. & Woog, F. (2008): Nichtheimische Vogelarten (Neozoen) in Deutschland, Teil I: Auftreten, Bestände und Status. Vogelwarte 46: 157-194.