Oxyura jamaicensis - Schwarzkopfruderente

© Wolfgang Rabitsch

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Oxyura jamaicensis (Gmelin, 1789)
Systematik Aves, Anseriformes, Anatidae
Weitere deutsche Namen
Englischer Name Ruddy duck
Herkunft Nordamerika, an der Westküste von Kanada bis Kalifornien, Mexiko, Zentralamerika und Karibik.
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Schwarzkopf-Ruderenten wurden erstmals 1948 nach Europa (Großbritannien) importiert. Wiederholt gelangten Tiere in die Freiheit, die erste Brut ist für 1960 dokumentiert, die sich in der Folge selbständig ausgebreitet haben. Über Tierhaltungen und private Züchter gelangten Tiere nach Mitteleuropa, wo möglicherweise zusätzlich Tiere aus der Haltung entkommen sind oder freigesetzt wurden.
Erkennungsmerkmale Die Tiere werden rund 35 bis 45 cm groß. Das Männchen besitzt einen schwarzen Kopf und einen hellblauen Schnabel sowie kastanienbraune Federn, das Weibchen ist ganzjährig graubraun gefärbt. Die Beine setzen weiter hinten am Körper an, die Tiere können sehr gut schwimmen, tauchen und fliegen. Der Schwanz wird beim Schwimmen meist aufgestellt.
Status in Österreich Unbeständig
Erstfund in Österreich 1996 (Gefangenschaftsflüchtling), 1997 (Wildvogel)
Verbreitung in Europa Aktuell vor allem in Westeuropa von Großbritannien bis Spanien verbreitet. In Mitteleuropa nur Einzelfunde von einfliegenden oder entkommenen Tieren.
Auswirkungen des Klimawandels Unbekannt.
Biologie und Ökologie Allesfresser, bevorzugt an Binnengewässern mit reichlich Pflanzenbewuchs. Weibchen legen einmal im Jahr 6 bis 10 Eier, die Geschlechtsreife wird mit 2 Jahren erreicht.
Gefährdung der Biodiversität Schwarzkopf-Ruderenten hybridisieren mit der in Europa gefährdeten Weißkopf-Ruderente, wodurch es zu einer genetischen Vermischung kommt. Die Art ist konkurrenzüberlegen und kann andere Wasservogelarten verdrängen.
Negative ökonomische Auswirkungen Keine bekannt.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die attraktive Entenart ist im Tierhandel verfügbar.
Managementmaßnahmen Entfernung aus der Natur (der Bestand in Großbritannien wurde durch Gegenmaßnahmen in den letzten Jahren fast vollständig reduziert), Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung aus Gefangenschaft.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Es liegen einzelne Beobachtungen von vermutlich aus Westeuropa eingeflogenen Tieren sowie von Gefangenschaftsflüchtlingen vor.

Bundesländer

V T S K St O N W B
U     U   ? U U U

U = Unbeständig

? = Unbekannt

Biogeographische Regionen

Alpine Region Kontinentale Region
U U

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Henderson, I. (2016): Download

 

Nehring, S., Rabitsch, W., Kowarik, I. & Essl, F. (2015): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Wirbeltiere. BfN-Skripten, 409: 222 pp.

 

Ausgewählte Quellen

Albegger, E. et al. (2012): Die Schwarzkopf-Ruderente Oxyura jamaicensis in Österreich. Elanus 5: 10-17.

 

Bauer, H.-G. (1993): Ruddy duck (Oxyura jamaicensis) and White-headed duck (O. leucocephala) in Germany: occurrence and legal status. Oxyura 7: 49-60.

 

Hughes, B. et al. (2006): International single species action plan for the conservation of the white-headed duck Oxyura leucocephala. AEWA Technical Series 8: 66 S.

 

Smith, G.C. et al. (2005): A model of ruddy duck Oxyura jamaicensis eradication for the UK. J. Appl. Ecol. 42: 546-555.

 

Bestimmungshilfe

Urdiales, C. & Pereira, P. (1993): Identification key of O. jamaicensis, O. leucocephala and their hybrids. Instituto Nacional Conservación de la Naturaleza, Madrid: 31 S. Download