Procambarus fallax f. virginalis - Marmorkrebs

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Procambarus fallax f.virginalis Martin et al. 2010
Systematik Arthropoda, Crustacea, Cambaridae
Weitere deutsche Namen
Englischer Name Marbled crayfish
Herkunft Die Nominatart Procambarus fallax(Hagen, 1870) stammt aus Florida. Es sind keine wild lebenden Marmorkrebs-Populationen bekannt.
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Der Marmorkrebs ist erstmals in den 1990er-Jahren im Aquarienhandel entdeckt worden und im Zierhandel erhältlich.
Erkennungsmerkmale Der Marmorkrebs wird 10 bis 15 cm groß. Der Vorderkörper besitzt eine marmorierte, fleckenartige Zeichnung. Der Scheren sind klein.
Status in Österreich Fehlend
Erstfund in Österreich
Verbreitung in Europa Der Marmorkrebs ist derzeit in Europa aus Schweden, den Niederlanden, Deutschland, Italien, der Slowakei, Ungarn und der Ukraine bekannt. Der Bestände nehmen zu. Außerhalb Europas sind Vorkommen aus Madagaskar und Japan dokumentiert.
Auswirkungen des Klimawandels Unbekannt.
Biologie und Ökologie Der Marmorkrebs pflanzt sich ausschließlich parthenogenetisch fort, d. h. Weibchen legen mehrmals im Jahr bis zu 700 unbefruchtete Eier, Männchen sind unbekannt. Der Marmorkrebs ist ein Allesfresser. Freilandnachweise stammen aus unterschiedlichen Fließ- und Stillgewässern.
Gefährdung der Biodiversität Der Marmorkrebs überträgt die Krebspest, eine aus Nordamerika stammende Pilzinfektion, gegen die heimische Flusskrebsarten keine Abwehrmechanismen besitzen und nach einer Infektion innerhalb von zwei Wochen sterben. Ob auch Konkurrenz und Prädation negative Auswirkungen auf heimische Flusskrebse oder ökosystemare Funktionen haben, ist unbekannt.
Negative ökonomische Auswirkungen Unbekannt.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art ist im Zierhandel erhältlich und wird auch als Modellorganismus für wissenschaftliche Untersuchungen im Labor verwendet.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit, Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung aus Gefangenschaft.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art aus Österreich bekannt.

Bundesländer

V T S K St O N W B
                 

Biogeographische Regionen

Alpine Region Kontinentale Region
   
© CEFAS
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Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Holdich, D. (2011): GB Non-native Organism Risk Assessment for Procambarus sp. Download

 

Ausgewählte Quellen

Bohman, P. et al. (2013): The first Marmorkrebs (Decapoda: Astacida: Cambaridae) in Scandinavia. BioInvasions Records 2: 227-232.

 

Chucholl, K. et al. (2012): The clones are coming – strong increase in Marmorkrebs [Procambarus fallax (Hagen, 1870) f. virginalis] records from Europe. Aquatic Invasions 7: 511-519.

 

Feria, T. & Faulkes, Z. (2011): Forecasting the distribution of Marmorkrebs, a parthenogenetic crayfish with high invasive potential, in Madagascar, Europe, and North America. Aquatic Invasions 6: 55-67.

 

Marten, M. et al. (2004): Der Marmorkrebs (Cambaridae, Decapoda) in Deutschland - ein weiteres Neozoon im Einzugsgebiet des Rheins. Lauterbornia 50: 17-23.