Sciurus carolinensis - Grauhörnchen

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Sciurus carolinensis Gmelin, 1788. Es werden fünf Unterarten unterschieden.
Systematik Mammalia, Rodentia, Sciuridae
Weitere deutsche Namen Östliches Grauhörnchen
Englischer Name Gray Squirrel
Herkunft Östliches Nordamerika, von Manitoba bis Florida und das östliche Texas
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Bereits im 18. Jh. nach Europa eingeführt, später durch den Zierhandel eingeführt. Im 19. und 20. Jh. durch Gefangenschaftsflüchtlinge und absichtlich freigesetzte Tiere in die freie Natur gelangt. Weitere eigenständige Ausbreitung mit über 10 km pro Jahr.
Erkennungsmerkmale Das Grauhörnchen wird bis 30 cm groß und besitzt einen 20 cm langen, buschigen Schwanz mit einem weißen Rand. Das Fell ist hell oder dunkel grau, selten rötlich. Im Unterschied zum Europäischen Eichhörnchen besitzt es keine Haarbüschel an den Ohren.
Status in Österreich Fehlend.
Erstfund in Österreich
Verbreitung in Europa In Großbritannien wurden 1889 über 300 Tiere ausgesetzt, aktuell beträgt der Bestand mehrere Millionen Tiere; die Art kommt auch in Irland vor. In Italien erfolgten Freisetzungen in den 1940er-Jahren in Turin, von wo sich die Art langsam weiter ausbreitet.
Auswirkungen des Klimawandels Unbekannt.
Biologie und Ökologie Das Grauhörnchen bevorzugt unterholzreiche Laubwaldstandorte, kommt aber auch im städtischen Umfeld und in Städten und Gartenanlagen vor. Die tagaktiven Tiere sind Allesfresser, im Winter werden Gehölze angenagt. Weibchen werfen 1- bis 2-mal im Jahr zwei bis vier Junge, die nach mehreren Monaten geschlechtsreif werden.
Gefährdung der Biodiversität Konkurrenz mit dem Europäischen Eichhörnchen um Nahrung und Lebensraum ist belegt und in Großbritannien hat das Grauhörnchen das Europäische Eichhörnchen bereits weitgehend verdrängt. Es überträgt zudem ein Pockenvirus, gegen welches das Europäische Eichhörnchen keine Immunabwehr besitzt.
Negative ökonomische Auswirkungen Schäden durch das Nagen an der Rinde von Bäumen und anschließenden Pilzinfektionen.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Die Übertragung von humanpathogenen Krankheitserregern ist nicht auszuschließen, aber vermutlich von geringer Bedeutung.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art wird gelegentlich als Haustier gehalten.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit, Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art aus Österreich bekannt.

Bundesländer

V T S K St O N W B
                 

Biogeographische Regionen

Alpine Region Kontinentale Region
   
© GBNNSS

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Bertolino, S. et al. (2014): Risk Assessment for Sciurus carolinensis (Grey Squirrel). In: Roy, H. et al.: Invasive alien species – framework for the identification of invasive alien species of EU concern (ENV.B.2/ETU/2013/0026). Download (Seiten 251-291)

 

Rabitsch, W., Gollasch, S., Isermann, M., Starfinger, U. & Nehring, S. (2013): Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen. BfN-Skripten 331: 1-154. Download  [PDF] (Seite 108-109

 

Ausgewählte Quellen

Bertolino, S. & Genovesi, P. (2003): Spread and attempted eradication of the grey squirrel (Sciurus carolinensis) in Italy, and consequences for the red squirrel (Sciurus vulgaris) in Eurasia. Biol. Conserv. 109: 351-358.

 

Bertolino, S. et al. (2008): Predicting the spread of the American grey squirrel (Sciurus carolinensis) in Europe: a call for a co-ordinated European approach. Biol. Conserv. 141: 2564-2575.

 

Newson, S.E. et al. (2010): Potential impact of grey squirrels Sciurus carolinensis on woodland bird populations in England. J. Ornithol. 151: 211-218.

 

Rushton, S.P. et al. (2006): Disease threats posed by alien species: The role of a poxvirus in the decline of the native red squirrel in Britain. Epidemiol. Infect. 134: 521-533.

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