Impatiens glandulifera - Drüsiges Springkraut

© Wolfgang Rabitsch
Wissenschaftlicher Name Impatiens glandulifera Royle, 1834
Systematik Balsaminales, Balsaminaceae
Deutscher Name Drüsiges Springkraut
Englischer Name Indian balsam; ornamental jewelweed; policeman's helmet; purple jewelweed; touch-me-not
Herkunft Das Ursprungsgebiet diese Art erstreckt sich westlich des Himalayas vom Nordwesten Pakistans bis Nordindien.
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Das Drüsige Springkraut wurde 1839 als Zierpflanze nach Europa (England) eingeführt und später auch als Bienenweide angepflanzt. Aktuell wird die Art zudem durch mit Samen kontaminiertes Erd- und Kiesmaterial und entlang von Fließgewässern ausgebreitet.
Erkennungsmerkmale Beim Drüsigen Springkraut handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die bis zu 3 m hoch werden kann. Die Blätter sind gegenständig, oben auch quirlständig (meist 3 Blätter) am Stängel angeordnet. Sie sind lanzettlich, scharf gezähnt und bis 25 cm lang und 5 cm breit. Blattstiel und -grund sind drüsig. Ihre weißen, rosa oder roten Blüten besitzen einen Sporn und sind in Trauben angeordnet. Die Blütezeit ist von Juli bis September. Als Frucht besitzt sie 3–5 cm lange Kapseln, die bei Berührung aufspringen.
Status in Österreich Etabliert
Erstfund in Österreich In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich in Gärten kultiviert, 1898 erstmals in Niederösterreich verwildert.
Verbreitung in Europa Diese Art gilt in folgenden Ländern als etabliert: Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Großbritannien.
Auswirkungen des Klimawandels Da diese Art eher an feuchten und kühlen Standorten wächst, könnte der Klimawandel durch steigende Temperaturen und vermehrte Trockenheit eine weitere Ausbreitung einschränken.
Biologie und Ökologie Das Drüsige Springkraut wächst in dichten Uferstaudengesellschaften auf feuchten bis nassen Standorten entlang von Gewässern. Es bevorzugt Feuchtwiesen, Grabenränder, Auwälder und Forste. Auch in stark anthropogen geprägten Flächen, wie z.B. in Siedlungen, Straßengräben oder an Waldwegen ist es häufig anzutreffen.
Gefährdung der Biodiversität Die Art bildet dominante Bestände, zu den Auswirkungen auf andere Pflanzen, auf Vegetationsstruktur und -dynamik (z.B. durch Beschattung), Bestäuber (und Bestäubung) sowie Bodenorganismen gibt es widersprüchliche Ergebnisse.
Negative ökonomische Auswirkungen Negative ökonomische Auswirkungen sind z.B. durch Erhöhung der Ufererosion und Beeinträchtigung der Naturverjüngung denkbar, aber nicht näher untersucht.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Pflanze wird als Zierpflanze in Gärten und als Bienenweide von Imkern eingesetzt.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit, Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung; Entnahme aus der Natur.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2017

Verbreitung in Österreich

Es sind aktuell Nachweise der Art aus ganz Österreich bekannt, vor allem in den Tieflagen in lichten, feuchten und gut nährstoffversorgten Fluss- und Bachauen.

Bundesländer

V T S K St O N W B
E E E E E E E E E

E = etabliert

Biogeographische Regionen

Kontinentale Region Alpine Region
E E

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Millane, M. & Caffrey, J. (2014): Risk assessment of Impatiens glandulifera. Inland Fisheries Ireland, National biodiversity Centre, Dublin, 29 S.

 

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download  [PDF] (Seite 112-113)

 

Ausgewählte Quellen

Hulme, P. & Bremner, E. (2006): Assessing the impact of Impatiens glandulifera on riparian habitats: partitioning diversity components following species removal. J. Appl. Ecol. 43: 43-50.

 

Pattison, Z. et al. (2016): Positive plant-soil feedbacks of the invasive Impatiens glandulifera and their effects on above-ground microbial communities. Weed Res. 56: 198-207.

 

Ruckli, R. et al. (2016): Disrupting ectomycorrhizal symbiosis: indirect effects of an annual invasive plant on growth and survival of beech (Fagus sylvatica) saplings. Perspect. Plant Ecol. Evol. Syst. 19: 12-20.