Lagarosiphon major - Wechselblatt-Wasserpest

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Lagarosiphon major (Ridl.) Moss, 1928
Systematik Spermatophyta, Hydrocharitaceae
Weitere deutsche Namen Afrikanische Wasserpest, Große Scheinwasserpest
Englische Namen Curly Waterweed, African Elodea
Herkunft Tropisches südliches Afrika und Südafrika
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Als Zierpflanze im Gartenbau und Tierhandel (Aquaristik) verfügbar. Über unsachgemäße „Entsorgung“ mit Zierfischen in das Freiland gelangt. Ausbreitung regenerationsfähiger, vegetativer Pflanzenteile entlang von Fließgewässern, aber auch durch Schiffe und Wasservögel.
Erkennungsmerkmale Die Wechselblatt-Wasserpest ist eine immergrüne Wasserpflanze, deren wenig verzweigte Sprosse mehrere Meter lang werden, die aber nur untergetaucht vorkommt. Die wechselständig angeordneten Blätter sind bis zu 2 cm lang und charakteristisch nach unten gekrümmt. Die kleinen, weißen Blüten sitzen auf kurzen Blütenstielen. Die Pflanze blüht im Sommer.
Status in Österreich Unbeständig
Erstfund in Österreich Bereits 1938 erstmals in Österreich festgestellt.
Verbreitung in Europa Die Art ist seit Anfang des 20. Jh. in Europa bekannt und in weiten Teilen West- und Südeuropas etabliert (Irland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Spanien.
Auswirkungen des Klimawandels Es wird angenommen, dass die Art durch eine Erwärmung von Gewässerökosystemen begünstigt wird.
Biologie und Ökologie Die Wechselblatt-Wasserpest besiedelt stehende und fließende, meist eutrophe Gewässer.
Gefährdung der Biodiversität Durch die Bildung von dominanten Massenbeständen besteht hoher Konkurrenzdruck auf heimische Wasserpflanzen. Durch die Beschattung sind das Phytoplankton und damit die Nahrungskette und die Nährstoffdynamik im Gewässer betroffen. Sauerstoffmangel kann entstehen und die Artenvielfalt verringert sich.
Negative ökonomische Auswirkungen Bei Massenentwicklung können Beeinträchtigungen der Schiff- und Bootfahrt an Gewässern und im Tourismus auftreten. Sauerstoffmangel kann zu Fischsterben führen.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art ist eine beliebte Aquarienpflanze.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung. Entnahme aus der Natur.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Bundesländer

V T S K St O N W B
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U = Unbeständig

Biogeographische Region

Alpine Region Kontinentale Region
U ?

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

GBNNSS (2011): Download https://secure.fera.defra.gov.uk/nonnativespecies/downloadDocument.cfm?id=241

 

Matthews, J. et al. (2012): Risk analysis of non-native Curly Waterweed (Lagarosiphon major) in the Netherlands. Reports Environmental Science 418: 26S. Download

 

Matthews, J. et al. (2012): Knowledge document for risk analysis of the non-native Curly Waterweed (Lagarosiphon major) in the Netherlands. 43 S. Download

 

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download  [PDF](Seite 116-117)

 

Ausgewählte Quellen

Caffrey, J. M. et al. (2010): A novel approach to aquatic weed control and habitat restoration using biodegradable jute matting. Aquatic Invasions 5: 123-129.

 

Bestimmungshilfe: Download