Lysichiton americanus - Gelbe Scheinkalla

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Lysichiton americanus Hultén & St. John, 1932
Systematik Spermatophyta, Araceae
Weitere deutsche Namen Amerikanischer Stinktierkohl, Riesenaronstab
Englischer Name American skunk cabbage
Herkunft Westliches Nordamerika, von Alaska bis Kalifornien.
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Als Zierpflanze im Gartenbau und durch Botanische Gärten nach Europa gebracht. Meist absichtlich im Freiland angesalbt. Weitere Ausbreitung erfolgt durch Samen entlang von Fließgewässern und durch Tiere (z. B. Nagetiere, Vögel).
Erkennungsmerkmale Die Gelbe Scheinkalla ist eine ausdauernde Pflanze und kann bis zu 1,2 m hoch werden. Sie wächst meist in durch verdickte Rhizome verbundene Gruppen. Die grundständigen, ungeteilten und gestielten Blätter sind verkehrt eiförmig und können bis zu 1,5 m lang werden. Der bis zu 20 cm lange, grüne Kolben wird von einem hell gelben Hochblatt (Spatha) umgeben und trägt bis zu 350 gelb-grüne Einzelblüten. Die Pflanze enthält Milchsaft, blüht zwischen April und Mai, und bildet Beeren als Früchte.
Status in Österreich Fehlend
Erstfund in Österreich
Verbreitung in Europa Die Art wurde 1901 erstmals in Europa (Großbritannien) angepflanzt. Sie kommt aktuell in Nord- und Westeuropa vor (Finnland, Schweden, Dänemark, Irland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Schweiz).
Auswirkungen des Klimawandels Unbekannt.
Biologie und Ökologie Die Gelbe Scheinkalla besiedelt naturnahe, beschattete Ufer von Fließgewässern, Quellen, Sümpfe und Bruchwälder. Eine Pflanze kann über 1000 Samen ausbilden und viele Jahrzehnte alt werden.
Gefährdung der Biodiversität Die große und wuchskräftige Pflanze kann sich rasch an den Standorten ausbreiten und heimische Arten durch Konkurrenz um Ressourcen verdrängen.
Negative ökonomische Auswirkungen Keine bekannt.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art wird im Gartenbau als Zierpflanze verwendet.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art aus Österreich bekannt.

Biogeographische Region

Alpine Region Kontinentale Region
   
© Stefan Nehring

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Newman, J. & Duenas, M.A. (2016): American Skunk Cabbage Download

 

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download  [PDF](Seite 130-131)

 

Ausgewählte Quellen

Alberternst, B. & Nawrath, S. (2002): Lysichiton americanus Hultén & St.John neu in Kontinental-Europa. Bestehen Chancen für die Bekämpfung in der Frühphase der Einbürgerung? Neobiota 1: 91-99.

 

Fuchs, R. et al. (2003): Verwilderte Vorkommen von Lysichiton americanus Hultèn & H. John (Araceae) in Duisburg und Mülheim an der Ruhr. Tuexenia 23: 373-379.

 

Jörg, E. (2007): Lysichiton americanus Hultén & St. John - Stinktierkohl oder Amerikanischer Riesenaronstab (Araceae). Ein neuer invasiver Neophyt für die Schweiz!. Naturschutzinspektorat, Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern. Download