Myriophyllum aquaticum - Brasilianisches Tausendblatt

© Stefan Nehring

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Myriophyllum aquaticum (Vell.) Verdc., 1973
Systematik Spermatophyta, Haloragaceae
Weitere deutsche Namen Papageienfeder
Englischer Name Parrot's Feather
Herkunft Südamerika
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Als Zierpflanze in der Aquaristik und durch Botanische Gärten 1880 nach Europa gebracht. Durch unsachgemäße „Entsorgung“ oder absichtliche Ausbringung in das Freiland gelangt, wo sich die Art entlang von Fließgewässern durch die Strömung, mit Wasservögeln sowie durch Boote, Wassersport- und Tauchausrüstung ausbreiten kann.
Erkennungsmerkmale Das Brasilianische Tausendblatt ist eine immergrüne, ausdauernde Wasserpflanze mit untergetauchten (ca. 4 cm lang, mit 25 bis 30 Fiederblättchen) und über die Wasseroberfläche ragenden (ca. 3 cm lang, mit 24 bis 36 Fiederblättchen), wirtelig angeordneten Blättern. Die Stängel werden mehrere Meter lang. Die weißen Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln der Lufttriebe. Die Pflanze blüht im Sommer von Juli bis September.
Status in Österreich Lokal etabliert
Erstfund in Österreich 1988
Verbreitung in Europa Die Art kommt aktuell vor allem in West- und Südeuropa vor (Irland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal).
Auswirkungen des Klimawandels Es wird angenommen, dass die Art durch eine Erwärmung von Gewässerökosystemen begünstigt wird.
Biologie und Ökologie Das Brasilianische Tausendblatt bevorzugt stehende und langsam fließende, meso- bis eutrophe Gewässer und angrenzende Feuchtgebiete. Es wurden in Europa bislang überwiegend weibliche Pflanzen festgestellt, die Reproduktion erfolgt vegetativ durch Sprossteile und Blätter. Die Pflanze kann dichte Bestände ausbilden.
Gefährdung der Biodiversität Bei Massenentwicklung verändert die Pflanze die Struktur und Nährstoffdynamik im Gewässer und verdrängt heimische Pflanzenarten. Sauerstoffzehrung und Veränderungen der Artengemeinschaften sind die Folge.
Negative ökonomische Auswirkungen Bei Massenentwicklung können Beeinträchtigungen der Schifffahrt in Kanälen und im Tourismus sowie in der Wasserwirtschaft auftreten. Sauerstoffmangel kann zu Fischsterben führen.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Keine bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art wird in der Aquaristik als Zierpflanze verwendet.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung. Entnahme aus der Natur.
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2016
V T S K St O N W B
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E - etabliert

Biogeographische Region

Alpine Region Kontinentale Region
E  
© Stefan Nehring

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

GBNNSS (2011): Download

 

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download  [PDF](Seite 138-139) 

 

Ausgewählte Quellen

Hussner, A. et al. (2010): Comments on increasing number and abundance of non-indigenous aquatic macrophyte species in Germany. Weed Res. 50: 519-526.

 

Stiers, I. et al. (2011): Impact of three aquatic invasive species on native plants and macroinvertebrates in temperate ponds. Biological Invasions 13: 2715-2726.