Elodea nuttallii - Schmalblättrige Wasserpest

© by C. Fischer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ElodeaNuttallii2.jpg

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name Elodea nuttallii (Planch.) St. John, 1920
Systematik Hydrocharitales, Hydrocharitaceae
Deutscher Name Schmalblättrige Wasserpest, Nuttall-Wasserpest
Englischer Name Nuttall's waterweed; Nuttall's pondweed; slender waterweed
Herkunft Die Art stammt ursprünglich aus der gemäßigten Zone Nordamerikas.
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren Die Schmalblättrige Wasserpest wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu Forschungszwecken importiert, später als Aquarienpflanze und zur biologischen Reinigung von Gewässern eingeführt. Die weitere Ausbreitung erfolgt durch Verdriftung von Sprossstücken und durch Wasservögel.
Erkennungsmerkmale Diese Art ist eine ausdauernde, untergetauchte Wasserpflanze. Sie wächst auf schlammigen Böden meso- bis oligotropher Gewässer mit einer Tiefe von bis zu 3 m, wobei sie mitunter bis zur Wasseroberfläche reichen kann. Ihre langen schlanken Sprosse sind verzweigt und die Anordnung ihrer hellgrünen schmalen Blätter variiert je nach Stängelbereich. Im oberen Bereich stehen sie meist zu 3-zähligen Quirlen und im unteren Bereich sind sie wechselständig angeordnet. Die Blätter sind zwischen 6 und 13 mm lang und zwischen 0,7 bis 1,5 mm breit. Sie hat unscheinbare hellviolette bis weiße Blüten mit einem Durchmesser von 3–4 mm.
Status in Österreich Etabliert
Erstfund in Österreich Aufgrund von Verwechslungen mit ähnlichen Arten unsicher, vermutlich in den 1990er-Jahren erstmals in Österreich festgestellt. In Ausbreitung begriffen.
Verbreitung in Europa Sie hat in Österreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden und Großbritannien etablierte Populationen. Zudem wurde sie in Kroatien und Estland nachgewiesen.
Auswirkungen des Klimawandels In Slowenien konnte in Jahren mit milderen Wintern und wärmeren Frühlingsmonaten ein verstärktes Wachstum dieser Art beobachtet werden.
Biologie und Ökologie Die schmalblättrige Wasserpest ist an ruhigeren Gewässern bzw. Gewässerabschnitten zu finden. Sie besiedelt Uferzonen von Seen und Teichen, Flüssen und Bächen sowie Feuchtgebiete, Gräben und Kanäle. Sie hat eine weite ökologische Amplitude und kommt auch in oligotrophen Gewässern vor.
Gefährdung der Biodiversität Mit ihren dichten Dominanzbeständen konkurriert diese Pflanzenart mit anderen Makrophyten und kann heimische Arten an natürlichen Standorten verdrängen, insbesondere nach Störungsereignissen. Es wird vermutet, dass sie sich negativ auf die gefährdete Krebsschere (Stratiotes aloides) auswirkt.
Negative ökonomische Auswirkungen Durch ihre dichten Bestände sind negative ökonomische Auswirkungen auf Fischerei und Teichbewirtschaftung sowie Tourismus zu erwarten, da Boote die Gewässer nicht mehr befahren können. In Großbritannien wurden die Kosten durch ausbleibenden Tourismus und Reparaturkosten an Entwässerungsanlagen auf 1–13 Millionen £ pro Jahr hochgerechnet.
Negative humangesundheitliche Auswirkungen Die Schmalblättrige Wasserpest wirkt sich negativ auf die Erholungsfunktion der Gewässer aus.Direkte humangesundheitliche Auswirkungen sind nicht bekannt.
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen Die Art wird als Aquarienpflanze gehandelt.
Managementmaßnahmen Öffentlichkeitsarbeit, Entnahme aus der Natur
Letzte Aktualisierung Umweltbundesamt, August 2017

Verbreitung in Österreich

Die Art ist aus den meisten Bundesländern bekannt. Sie wurde aktuell vermehrt in der Donau und ihren Nebengewässern sowie in zahlreichen Seen nachgewiesen.

Bundesländer

V T S K St O N W B
E E E E   E E E  

E = etabliert

Biogeographische Regionen

Kontinentale Region Alpine Region
E E

Infobox

Literatur

Risikobewertungen

Millane, M. & Caffrey, J. (2014): Risk Assessment of Elodea nuttallii for Irland. Download

 

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download [PDF] (Seite 86-87)

 

Ausgewählte Quellen

BMLFUW (2013): Aquatische Neobiota in Österreich. Download