Pistia stratiotes - Wassersalat
Wissenschaftlicher Name | Pistia stratiotes L. |
Systematik | Plantae, Tracheophyta, Araceae |
Weitere deutsche Namen | Muschelblume |
Englische Namen | Water Lettuce, Tropical Duckweed, Nile Cabbage |
Herkunft | Es wird vermutet, dass die Art in Südamerika heimisch ist oder dass es sich um eine pantropische Art handelt, die in allen tropischen-subtropischen Regionen Asiens, Afrikas, Australiens und Südamerikas heimisch ist. |
Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Einfuhr als Zierpflanze (Teiche und Aquaristik); Entkommen aus Teichen und Aquarien; Einschleppung mit Pflanzenmaterial für gartenbauliche Zwecke; Ausbreitung durch Boote entlang von Flusssystemen. |
Erkennungsmerkmale | P. stratiotes ist eine frei schwimmende, aquatische Art mit kleinen, behaarten, verkehrt eiförmigen bis spatelförmigen Laubblättern, die bis zu 40 cm lang werden. Die Blätter erscheinen an der Oberfläche hellgrün, hingegen erscheint die Unterseite nahezu weiß. Sie sind wechselständig und spiralig in einer Rosette angeordnet. Der Blütenstand befindet sich in der Mitte auf einem kurzen Stiel, der von einem weißen Hochblatt (Spatha), das außen behaart ist, umgeben ist. Der Spadix besitzt eine unscheinbare weibliche Blüte und mehreren männlichen Blüten. Die Beeren sind klein und eiförmig. P. stratiotes besitzt eine Vielzahl langer Wurzeln. |
Status in Österreich | Unbekannt |
Erstfund in Österreich | 1980 |
Verbreitung in Europa | Vorkommen sind aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Rumänien, Russland, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Österreich und Großbritannien bekannt. Etabliert ist die Art in Deutschland, Russland und Slowenien in Thermalgewässern. |
Auswirkungen des Klimawandels | Der Klimawandel und der damit einhergehende Temperaturanstieg kann die Art begünstigen. |
Biologie und Ökologie | P. stratiotes besiedelt langsam fließende Flüsse, Teiche und Bewässerungskanäle. In Asien wurde die Art in Reisfelder und in Feuchtgebieten entdeckt. Ideale Verhältnisse herrschen bei Temperaturen zwischen 22-30°C und hohem Nährstoffgehalt der Gewässer. Der Wassersalat ist gegenüber niedrigeren Temperaturen und Frost empfindlich, ist jedoch anpassungsfähig. Es wurden auch Pflanzen in Gewässern unter 10°C gefunden. P. stratiotes vermehrt sich meistens vegetativ, es bilden sich Tochterpflanzen, die sich von der Mutterpflanze lösen. Die Samen reifen bei ca. 20°C, sind frostresistent (bis -5°C) und können Trockenperioden überdauern. |
Gefährdung der Biodiversität | Der Wassersalat bildet ein dichtes Geflecht und kann bei Massenentwicklung die Sonneneinstrahlung und somit die Lichtverfügbarkeit reduzieren. Dies führt zu hydrochemischen und strukturellen Veränderungen des Gewässers (z.B. Sauerstoff- und Nitritgehalt) und beeinflusst die Wasserqualität, was wiederum negative Auswirkungen auf andere Pflanzen und Tierarten hat. |
Negative ökonomische Auswirkungen | Negative Effekte auf Vielzahl an Nutzungsformen der Gewässer. Monodominate Bestände beeinträchtigen die Schifffahrt und Fischerei sowie die Landwirtschaft (in Reiskulturen), Wasserwirtschaft (Blockade von Bewässerungskanälen) und die Erholungsnutzung der Gewässer. |
Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Das dichte Geflecht kann als Brutstätte für Stechmückenarten dienen. |
Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Handel als Zierpflanze und in der Aquaristik. |
Managementmaßnahmen | Entnahme durch manuelle oder maschinelle Entfernung; chemische Bekämpfung durch Herbizide soweit erlaubt. In den U.S.A. wird die Art biologisch bekämpft, z.B. durch den Käfer Neohydronomus affinis und den Schmetterling Spodoptera pectinicornis. Da Managementmaßnahmen kostenintensiv und schwierig sind, sollte vor allem die (un)absichtliche Ausbringung präventiv verhindert werden. |
Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2023 |
Verbreitung in Österreich
In Wien zuletzt 1996 festgestellt; Salzburg 2003, Kärnten 2007 & 2008, nordöstliches Niederösterreich 2015. Die aktuellen Bestände sind nicht bekannt. Die Aufnahme der Art in die Unionsliste erfolgt nach einer Übergangsphase am 2.8.2024.
Bundesländer
U = Unbeständig
V | T | S | K | St | O | N | W | B |
U? | U? | U? | U? | U? |
Biogeographische Regionen
Alpine Region | Kontinentale Region |
U? |